Glossar

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Begriffe mit Z

Zahlungsbilanz

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Die Zahlungsbilanz ist eine systematische Darstellung aller wirtschaftlichen Transaktionen zwischen In- und Ausländern in einer gegebenen Periode. Sie besteht im Wesentlichen aus zwei großen Teilbereichen – der Leistungsbilanz und der Kapitalbilanz. Weitere Teilbereiche sind die Vermögensübertragungen und die statistische Differenz.

Zahlungsbilanz, monetäre Darstellung der

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Darstellung der real- und finanzwirtschaftlichen Außenwirtschaftstransaktionen der Nichtbanken, deren Auswertung zeigt, ob und in welcher Form Auslandskapital in den Euroraum fließt und damit geldmengenwirksam werden kann. Stellen Ausleihungen an Nichtbanken im Euroraum den inländischen Einflusskanal der Geldmenge M3 dar, so erfasst die monetäre Darstellung der Zahlungsbilanz den ausländischen Einflusskanal. Per Definition sollte die Summe der Außenwirtschaftstransaktionen der Nichtbanken den transaktionsbedingten Veränderungen der Nettoauslandsforderungen der Banken im Euroraum laut Monetärstatistik entsprechen.

Zahlungssystem

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Ein Zahlungssystem ist eine gewerbliche Einrichtung zum elektronischen Transfer von Geldwerten mit mindestens drei Teilnehmern.

Zahlungssystemaufsicht (ZSA)

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Ziel der bei der OeNB angesiedelten Zahlungssystemaufsicht ist es, das reibungslose Funktionieren der Zahlungssysteme sicherzustellen und dadurch die Finanzmarktstabilität zu fördern. Die Zahlungssystemaufsicht prüft die Systemsicherheit, d. h. den adäquaten Umgang mit rechtlichen, finanziellen, organisatorischen und technischen Risiken.

Zahlungssystembetreiber

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Betreiber eines Zahlungssystems ist, wer die zentrale Verantwortung für das Systemkonzept, die Aufbau- und Ablauforganisation, die Ordnungsmäßigkeit des laufenden Betriebs sowie die technische Sicherheit eines Zahlungssystems trägt und mit diesem System gewerblich Zahlungsverkehrsdienstleistungen erbringt.

Zahlungssystemteilnehmer

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Teilnehmer an einem Zahlungssystem ist, wer innerhalb eines Zahlungssystems an der gewerblichen Erbringung von Zahlungsverkehrsdienstleistungen mitwirkt.

Zahlungsverkehr

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Der Zahlungsverkehr ist die Summe aller Geldbewegungen, die im allgemeinen Wirtschaftsverkehr vorgenommen werden. Die Zahlungsvorgänge können bargeldlos (z. B. durch Überweisung von einem Bankkonto oder mittels Kartenzahlung) oder bar durch Übergabe von Banknoten und Münzen erfolgen.

Zentralbank (Notenbank)

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Die Zentralbank ist jene Institution eines Staates, die die zentrale Verantwortung für die Funktionsfähigkeit des Geld- und Kreditwesens des Landes trägt und eine an gesamtwirtschaftlichen Zielen (z. B. Preisstabilität) ausgerichtete Geldpolitik betreibt. Zu den Hauptaufgaben einer Zentralbank innerhalb des Eurosystems zählen u. a. die Mitwirkung bei der Geldpolitik des Eurosystems, die Versorgung der Wirtschaft und Bevölkerung mit Banknoten, die Durchführung der operativen Geldpolitik, Verwaltung der Währungsreserven, Bereitstellung von Zahlungsverkehrsystemen, Erstellung von Finanz(markt)statistiken und im Falle der OeNB die Bankenaufsicht in Österreich.

Zentralbankgeld

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Zentralbankgeld ist von Zentralbanken geschaffenes Geld. Es existiert in Form von Buchgeld auf Konten der betreffenden Zentralbank oder als Bargeld in Form von Banknoten und Münzen.

Der Zins ist der Preis für die Überlassung von Kapital für eine bestimmte Laufzeit.

Zinsänderungsklausel (Zinsgleitklausel)

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Eine Zinsänderungsklausel ist eine vertragliche Vereinbarung über die Kriterien, nach denen z. B. in einem Darlehen die Höhe des Zinssatzes geändert werden kann. Am häufigsten sind Zinsänderungsklauseln, bei denen der vertragliche Zinssatz an eine bestimmte veränderliche Bezugsgröße (z. B. Sekundärmarktrendite, EURIBOR) gekoppelt ist, sodass sich der Zinssatz automatisch ändert, wenn sich die Bezugsgröße um einen gewissen Schwellenwert ändert.

Zinseszins

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Der Zinseszins bezeichnet allgemein einen Zins auf Zinsen. Er entsteht z. B. bei Geldanlagen, bei denen Zinserträge dem bisherigen Guthaben zugeschlagen werden und fortan in allen Folgeperioden mitverzinst werden. Durch den Zinseszins wächst angelegtes Kapital somit schneller als ohne Berücksichtigung von Zinseszins, da gutgeschriebene Zinsen weiter verzinst werden.

Zinsfälligkeit

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Die Zinsfälligkeit gibt an, wann ein Zins auf den Tilgungsbetrag erhoben wird. So bestehen große Unterschiede, wenn die Zinsfälligkeit einmal im Jahr oder z. B. monatlich besteht. Je öfter ein Zins erhoben wird, desto stärker macht sich der Zinseszins-Effekt bemerkbar.

Zinssatz (Nominalzinssatz)

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Der Zinssatz ist der in Prozent ausgedrückte Preis für die Überlassung von Kapital. Üblicherweise wird ein jährlicher Zinssatz angegeben.

Zinsschock

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Als Zinsschock wird die starke und nachhaltige Änderung des Zinsniveaus oder der Form der Zinskurve innerhalb kurzer Zeit bezeichnet. Bei Stresstests wird u. a. auch die Auswirkung eines Zinsschocks auf die Einkommens- und Solvenzsituation von Kreditinstituten untersucht.

Zinsstruktur

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Die Zinsstruktur gibt den Zusammenhang zwischen der Verzinsung und der Laufzeit wieder. Dabei wird der jeweiligen Laufzeit (z. B. 1 Jahr) je ein Zinssatz (z. B. 2,2 %) zugewiesen und dies dann grafisch für alle Laufzeiten von 1 bis 10 Jahren dargestellt. Die Zinssätze sind in unterschiedlichen Währungsräumen unterschiedlich. Grafisch wird dies in Form der Zinsstrukturkurve verdeutlicht, die Zinssätze und Laufzeit in Beziehung bringt.

Zukunftsvorsorge

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Die Zukunftsvorsorge ist ein staatlich gefördertes, prämienbegünstigtes Altersvorsorgemodell. Der Vertrag muss auf mindestens 10 Jahre abgeschlossen werden. Die Veranlagung der Zukunftsvorsorgebeiträge und der an die Zukunftsvorsorgeeinrichtung überwiesenen Prämien erfolgt im Wege von Pensionsinvestmentfonds, betrieblichen Vorsorgekassen und Versicherungsunternehmen.

Zyklisch bereinigtes Defizit

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Das Zyklisch bereinigte Defizit ist das um die konjunkturellen Einflüsse bereinigte Defizit des Staates gemäß Maastricht-Definition.